RATHAUS LUDWIG GIES PARK

KÖLN-WEIDEN 2006-2008

Das 1954 errichtete Bezirksrathaus von Weiden wurde in den 20er Jahren von Emil-Schreiterer & Bernhard Below geplant, die Weltwirtschaftskrise und die darauf folgende nationalsozialistische Ära verhinderten jedoch die bauliche Umsetzung. Nach der rheinländischen Gebietsreform 1972 kam die Gemeinde Weiden zur Stadt Köln und das Rathaus verlor seine Funktion. Wechselnde Nutzungen folgten bis der Zweckbau an die Raiffeisenbank Frechen-Hürth eG verkauft wurde.

Der denkmalgeschützter Bau, wurde 2008 vom Büro Format-Architektur im Auftrag der Raiffeisenbank zu einem Stadthaus-Ensemble mit Hofcharakter umkonzipiert. Dabei wurde das Rathaus mit seinem klassischen Verwaltungsbaugrundriss vertikal unterteilt um einzelne Hauseinheiten entstehen zu lassen. Die Hauseinheiten mit fließenden Innenräumen erstrecken sich über 4 Etagen. Die Tragstruktur aus Stützen, Riegeln, eingelegten Decken und aussteifenden Wandscheiben blieben dabei überwiegend erhalten.
Durch seine umfassende Ökotechnologie, Erdwärmepumpe in Kombination mit Fußbodenheizung, stellt das Projekt Weichen für die Umnutzung und Sanierung denkmalgeschützter Objekte. Im Bereich der Fassade wurden alle typischen Gestaltungsmerkmale des Objektes erhalten und durch bodentiefe Fenster im Erdgeschoss ergänzt. Für die farbliche Auflockerung der geschützten Fassade sorgen, die in die Fensterprofile integrierten Fallarmmarkisen mit weinrotem Stoffbezug. Aufgrund des Denkmalschutzes der Fassade wurde in Zusammenarbeit mit Bauphysikern und Energieberatern ein innovatives Innenwanddämmsystem eingebracht, das eine Wärmeschutzverbesserung um mehr als 300% realisiert.