Südeck - KiTa und Stundentenwohnheim

Köln-Zollstock 2016 - 2018

Das Projekt Studentenhaus am Gottesweg ist der Abschluss einer städtebaulichen Reurbanisierungsmaßnahme auf dem ehemaligen Güterbahnhof in Köln-Zollstock. Dem Wunsch der Stadtverwaltung nach Studentenwohnungen und einer Kita entspricht der Investor mit 132 Studentenappartements und eine vierzügigen Kindertagesstätte.

Das Baugrundstück zeichnet sich durch seinen ungewöhnliche Proportion von 130 Metern in der Länge und 35 Metern in der Breite aus, die sich im rückwertigen Grundstück auf eine Breite 20 Metern verengt. Ursprünglich war diese Parzelle die Rampe, die den Güterbahnhof mit dem anschließenden Gleisbett der Bahn verband. Ein 120 Meter langes und 8 Meter breites Gebäude thront auf dem ehemaligen Bahndamm, bis zu 5 Metern über den östliche angrenzenden Fahrradweg. Das L-förmige Gebäude ist straßenseitig mit 12 Metern breiter als der rückwertige Flügel. An dieser Stelle sind die Hauptzugänge der Kita und des Appartementhauses.

Bedingt durch die Gebäudeproportion wurde eine Laubengangerschließung gewählt. Diese Erschließungsform ermöglicht die Mehrheit der Appartements zu der ruhigen, bahnabgewandten Seite zu orientieren. Dies ist auf Grunde der hohen Lärmimmissionen durch die Bahntrasse notwendig. Die Wohnungen, die durch die Lage in der Gebäudeecke zur Bahn orientiert werden müssen, erhalten Schallschutzloggien. Diese Loggien dienen der Belüftung und fungieren zusätzlich als ruhige Außenbereiche. Die große Laubeganganlage entlang der Westfassade erhält in jedem Geschoss balkonartige Erweiterungen. Diese dienen als Gemeinschaftsflächen für die Bewohner. Die Erschließung wird somit um ein Element zur sozialen Kommunikation erweitert. Diese Balkone sind versetzt zueinander angeordnet. Die Positionierung der Balkonanlagen schafft eine Dynamisierung der Fassade als gestalterischen Spiegel der Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Züge.

An der Ostfassade wird für die Individualbalkone der Wohnungen das Prinzip der versetzten Balkone weiter geführt. Durch stätige Wiederholung der Elemente wird der Raum an dieser Stelle nicht dynamisiert aber rhythmisiert. Das serielle Gestaltungsprinzip wird durch eine spielerische Farbgebung der Balkone gebrochen. Das Fassadenmaterial ist durch Klinker bestimmt, der einen warmen, lebendigen und hochwertigen Eindruck hinterlässt.

An der Eingangsfassade wird der Größe des Gebäudes gestalterisch durch ein Portal entsprochen, das mit der Treppenhausfassade und einem krönenden Flugdach gebildet wird.
Ein Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss und ein Dachgarten für `urbangardening´ stärkt die soziale Kommunikation und wirkt der Anonymität großer Appartementhäuser entgegen.

Die Kita befindet sich im Erdgeschoss des Studentenwohnheimes. Im Souterrain sind die Nebennutzungen untergebracht . Die Weitläufigkeit der Kita, bedingt durch die Länge und die Schmalheit des Gebäudes, schafft einen großzügigen Spielflur. An diesem Spielflur sind die vier Gruppen organisiert. Alle Gruppen erhalten einen direkten Zugang zu der Freifläche der Kita. Diese Freifläche ist im Lärmschatten des Gebäudes angeordnet.

Für die gesamte städtebauliche Maßnahme des ehemaligen Gütebahnhofes wird ein öffentlicher Spielplatz von der Stadtverwaltung in Köln gefordert. Dieser Spielplatz soll im Anschluss an das Studentenwohnheim platziert werden. Der Spielplatz ist sowohl für die Jugendlichen, als auch für die Studenten gedacht.